| Opel schließt das Werk Antwerpen |
| Geschrieben von: Opelschrauber | |||
| Donnerstag, den 21. Januar 2010 um 10:28 Uhr | |||
|
Astra-Produktionslinie soll nach Bochum verlegt werden - 2500 Arbeitsplätze in Belgien sind bedroht
Nick Reilly greift durch: Der neue Opel-Chef will gegen den Widerstand der Beschäftigten das belgische Opel-Werk Antwerpen in den nächsten Monaten offenbar doch schließen. Ein entsprechender Beschluss wurde nach Informationen der WELT getroffen. Opel teilte nur mit, dass es "derzeit nichts Neues in Sachen Antwerpen zu verkünden" gebe.
Tatsächlich wurden die Betriebsräte der europäischen Opel-Standorte dem Vernehmen nach am Montag in einer Telefonkonferenz vom Konzernbetriebsratsvorsitzenden Klaus Franz über Reillys Pläne informiert. Am Dienstag erklärte dann auch Opel-Chef Reilly selbst den Arbeitnehmervertretern, dass er die Schließung Antwerpens einleiten wolle. Das war aus mit den Plänen vertrauten Kreisen zu hören. Um sein Vorhaben schnell umsetzen zu können, wolle Reilly nun die rechtlich notwendigen Schritte einleiten und das Europäische Steuerungskomitee der Opel-Betriebsräte sowie die belgische Regierung informieren.
Das endgültige Aus für Antwerpen käme indes nicht überraschend. "Antwerpen war von Anfang an ein Wackelkandidat", sagt Ferdinand Dudenhöffer, Leiter des Center Automotive Research. Wenn es in den vergangenen Monaten um Werksschließungen bei Opel in Europa ging, stand die Fabrik ganz oben auf der Liste. In Antwerpen laufen bislang drei Modelle des Kompaktwagens Astra vom Band: der Caravan, der Dreitürer und das Astra Cabrio. Die Produktion des Dreitürers sowie des Caravans soll offenbar ins Bochumer Opel-Werk verlagert werden, um in der Ruhrgebietsstadt die Auslastung zu erhöhen. In Belgien wird bis zu dessen Auslaufen künftig nur noch das Cabriolet gebaut. Doch da von diesem Modell nur 5000 Fahrzeuge pro Jahr produziert werden, reicht für die Herstellung auch eine Restbelegschaft. Dem Großteil der aktuell rund 2500 Beschäftigten droht daher die Arbeitslosigkeit.
Die harte Haltung von Reilly kommt ebenfalls nicht überraschend. Der Opel- und GM-Europachef hatte die Opelaner bereits auf harte Einschnitte vorbereitet. "Auf der Kostenseite arbeiten wir daran, Kapazitäten zu reduzieren, um früher die Gewinnschwelle zu erreichen", schrieb Reilly in einem Brief an die Mitarbeiter. Sein Ziel ist es, die Überkapazitäten in Europa um 20 Prozent zu kappen und die Kosten so weit zu senken, dass Opel und die Schwestermarke Vauxhall 2011 wieder die Chance haben, die Gewinnschwelle zu erreichen.
Zudem sollen rund 9000 der 48 000 Stellen in Europa abgebaut werden. Um die Kosten zu senken, sollen etwa die Beschäftigten auf Lohn in Höhe von jährlich 265 Mio. Euro verzichten. Im Gegenzug fordern die Betriebsräte vom Management eine Mitarbeiterbeteiligung, die Umwandlung der GmbH in eine Aktiengesellschaft und Mitspracherechte bei Werksschließungen und Stellenabbau. Die Gespräche stocken jedoch derzeit.
Quelle: welt.de
|