| GM erhält Opel Werk in Eisenach |
| Geschrieben von: Opelschrauber | |||
| Sonntag, den 07. Februar 2010 um 11:49 Uhr | |||
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Erfurt - Das Eisenacher Opel-Werk bleibt erhalten. Es werde nur einen leichten Arbeitsplatzabbau geben, weil Stellen von Mitarbeitern, die in Ruhestand gehen, nicht wiederbesetzt werden, sagte Opel-Chef Nick Reilly am Dienstag in Erfurt nach einem Treffen mit Thüringens Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht (CDU) und Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD).
Ab 2013 werde mit neuen Modellen wieder in Eisenach investiert, sagte Reilly. Spätestens dann würde auch der Dreischichtbetrieb wieder aufgenommen. Im reinen Produktionswerk Eisenach, in dem bisher ausschließlich der Kleinwagen Corsa gebaut wird, sind etwa 1700 Menschen beschäftigt. Nach Schätzungen könnte ein Wiederbesetzungsstopp bis zu 150 Stellen umfassen.
Lieberknecht begrüßte die Entscheidung; über Staatshilfen wollte sie keine Auskunft geben. Reilly will der Bundesregierung Ende der Woche sein Sanierungskonzept für Opel vorlegen - inklusive Stellenstreichungen. Der Opel-Betriebsrat befürchtet, dass statt der angekündigten 8300 Stellen tatsächlich europaweit fast 10.000 Jobs auf der Kippe stehen. Am Freitag hatten Opel-Mitarbeiter in Brüssel gegen die geplanten Stellenstreichungen massiv protestiert. Ein weiterer Streitpunkt bei den Verhandlungen zwischen GM und der Bundesregierung ist die Finanzierung der Opel-Sanierung. GM will europaweit bei den Opel-Ländern insgesamt rund 2,7 Milliarden Euro Steuergelder einsammeln. Ihren eigenen Sanierungsbeitrag sehen die Amerikaner durch die Rückzahlung des Opel-Brückenkredits von 600 Millionen Euro im November 2009 als geleistet an. Doch diese Rechnung von GM dürfte nach Einschätzung aus deutschen Verhandlungskreisen nicht aufgehen. Das Unternehmen werde deutlich tiefer in die eigene Tasche greifen müssen, hieß es bei Bund und Ländern.
Die US-Regierung will sich in den Streit nicht einmischen. Finanzminister Timothy Geithner erläuterte Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle (FDP) bei einem Treffen in Washington, dass die Restrukturierung des Europa-Geschäfts allein Sache des Managements sei. Der mit US-Steuergeldern gerettete Detroiter Autobauer wird mehrheitlich von der Regierung kontrolliert.
Autohändler erleben schwächsten Jahresbeginn seit Wiedervereinigung Während Opel und die Bundesregierung um Milliarden pokern, erleben Deutschlands Autobauer den schwächsten Jahresauftakt seit der Wiedervereinigung. Insgesamt seien im Januar 181.500 Fahrzeuge neu zugelassen worden und damit 4,2 Prozent weniger als im Vorjahresmonat, teilten die Branchenverbände VDA und VDIK am Dienstag mit.
Nach dem Auslaufen der Abwrackprämie habe der deutsche Pkw-Markt wieder sein gewohnt schwaches Niveau erreicht, erklärte der VDIK, der Branchenverband der ausländischen Markenhersteller. Branchenexperten hatten hiervor bereits in den vergangenen Monaten gewarnt. Die Abwrackprämie war im Januar 2009 zum Monatsende eingeführt worden. Bis zum Auslaufen im Herbst beflügelte der Schrottbonus den deutschen Automarkt massiv.
Der VDA, der Branchenverband der deutschen Autohersteller, zeigte sich dennoch optimistisch. Im Vergleich zum Dezember hätten die Neuzulassungen in Deutschland saisonbereinigt um 13 Prozent zugelegt, erklärte der VDA in Frankfurt am Main. Das Autogeschäft ziehe wieder an.
Hoffnung mache der deutschen Autoindustrie aber vor allem das Auslandsgeschäft, erklärte der VDA. Trotz der schwächeren Autoverkäufe in Deutschland könne 2010 wegen der hohen Nachfrage nach deutschen Autos in anderen Ländern das Produktionsniveau des Vorjahres voraussichtlich zumindest gehalten werden. Die Bestellungen aus dem Ausland hätten im Januar um 38 Prozent über dem Vorjahresniveau gelegen. Die Autoverkäufe ins Ausland hätten zum Jahresstart den Wert des Vorjahresmonats um 18 Prozent übertroffen. Die Autoproduktion sei um 17 Prozent gestiegen.
Quelle: spiegel.de
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